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Pittman seafoods asia

Der Fisch- und Meeresfrüchtekonsum in Asien, und wie er sich auf den Rest der Welt auswirkt 2 Minuten

  Apr 21, 2020

Fisch und Meeresfrüchte umfassen zahlreiche vielseitige und nahrhafte Produkte, darum spielen sie eine sehr wichtige Rolle für die gesunde Ernährung von Milliarden von Verbrauchern und gewährleisten eine weltweite Ernährungssicherheit. Gleichzeitig zählen Fisch und Meeresfrüchte dank der Globalisierung und neuer Logistiktechnologien auch zu den weltweit am stärksten gehandelten Proteinen, wobei insbesondere die Fischerei und der Aquakultursektor die Produktion weiter steigern, um dieser noch nie dagewesenen Nachfrage nachzukommen.

Nach Angaben der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (Food and Agriculture Organization, FAO) der Vereinten Nationen beträgt die Gesamtproduktion inzwischen weit über 170 Millionen Tonnen und davon sind nur 20 Millionen Tonnen nicht direkt für den menschlichen Verzehr bestimmt. Das führt wiederum zum derzeit rekordverdächtigen Verzehr von mehr als 20 kg Fisch und Meeresfrüchte pro Kopf. Erwähnenswert ist auch, dass der jährliche weltweite Anstieg des Fischkonsums in den letzten 40 Jahren jedes Jahr doppelt so schnell gestiegen ist wie das Bevölkerungswachstum.

Was den tatsächlichen Handel mit Fisch und Meeresfrüchten zwischen den Ländern betrifft, so ist der Wert der weltweiten Exporte dank der steigenden Nachfrage und der höheren Preise inzwischen auf über 152 Milliarden US-Dollar gestiegen. Schätzungsweise werden 78 % der Produkte international gehandelt.

Seafood consumption Asia

Der Faktor China

Der Konsum von Fisch und Meeresfrüchten schwankt im Allgemeinen aufgrund lokaler kultureller, wirtschaftlicher und geografischer Einflüsse in den verschiedenen Regionen erheblich. Von den 151 Millionen Tonnen Fisch und Meeresfrüchten, die 2016 weltweit verzehrt wurden, gingen jedoch mehr als zwei Drittel, das sind 106 Millionen Tonnen, nach Asien. Das entspricht einem Konsum von 24 kg pro Kopf.

Innerhalb Asiens, das eine schnell wachsende inländische Einkommenssituation und einen schnell wachsenden Wohlstand innerhalb der Region aufweist, ist China mit Abstand das Land mit dem höchsten Fischkonsum, nämlich 38 % des weltweiten Gesamtkonsums. In China beträgt deshalb der Pro-Kopf-Konsum von Fisch und Meeresfrüchten rund 41 kg. Während ein Teil dieser Nachfrage durch die einheimische Produktion gedeckt wird – China ist nämlich mit einer Gesamtproduktion von rund 67 Millionen Tonnen führend im Wildfang und in der Aquakultur –, sind die Einheimischen auf den Geschmack von hochwertigeren importierten Arten und Produkten gekommen. Da China das eigene Produktionswachstum voraussichtlich verlangsamen wird, da das Land Strategien zur Stärkung seiner Umweltverantwortung und zur Verbesserung der Produktqualität verfolgt, wird erwartet, dass es seine Importe stark steigern wird, um mit der Nachfrage seines Marktes Schritt zu halten, und weniger exportiert.

Chinas anhaltende Herausforderung durch die Afrikanische Schweinepest (ASP) hat ebenfalls sehr große Auswirkungen auf die Marktnachfrage nach Fisch und Meeresfrüchten und anderen Proteinen. Diese Herausforderung wird sich sicherlich kurz- bis mittelfristig fortsetzen. Aufgrund der ASP mussten 2019 rund 10 Millionen Tonnen Schweinefleisch aus den chinesischen Lieferketten herausgenommen werden und für dieses Jahr wird ein ähnlich hoher Verlust erwartet. Die ASP breitet sich nun auch weiter in der Region Südostasien aus, was potenziell zu einer zunehmenden Störung dieser Märkte führen könnte, wenn auch nicht im gleichen Maße wie in China.

Seafood consumption

Der Domino-Effekt

Im Wesentlichen tragen eine große, wachsende und zunehmend städtische Bevölkerung, steigende Einkommen sowie die starke Ausweitung der Fischproduktion (insbesondere aus der Aquakultur) maßgeblich zum zunehmenden Fischkonsum in den asiatischen Ländern bei. Der Ausbau von internationalen Fischhandelsrouten fördert diese Zunahme zusätzlich.

Im Hinblick auf die Zukunft – über die ASP und auch die derzeitige Covid-19-Pandemie hinaus – rechnet die FAO damit, dass der Anteil Asiens am Gesamtfischkonsum in den nächsten 10 Jahren bei 50 % bleibt, aber mengenmäßig um etwa 8 % wachsen wird. In dieser Zeit und trotz eines erwarteten Rückgangs der Fischereiproduktion wird Chinas Fischkonsum bis 2030 auf 48 bis 51 kg pro Kopf steigen, im Vergleich dazu liegt der prognostizierte weltweite Durchschnitt bei weniger als 22 kg pro Kopf.

Bei einer prognostizierten Gesamtfischproduktion von nur 201 Millionen Tonnen innerhalb der nächsten 10 Jahre und obwohl von diesen 201 Millionen Tonnen die Menge, die für den menschlichen Verzehr bestimmt sein wird, auf 90 % steigen wird, wird davon ausgegangen, dass die unerbittlich wachsende Nachfrage aus allen Regionen, insbesondere aber aus China und anderen bevölkerungsreichen asiatischen Schwellenländern, einen immer größeren Einfluss auf die gesamte Fisch- und Meeresfrüchteversorgung und die Preise, die wir alle als Verbraucher zahlen, haben wird.

 


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