frozen scallops on ice

Die zahlreichen Vorteile von tiefgekühltem Fisch


Fisch und Meeresfrüchte sind eine Lebensmittelkategorie, die sich in einer sich ständig verändernden Verbraucherlandschaft weiterhin sehr gut...
Mehr lesen

Salmon

Mehr als nur Kopfschmerzen: Seeläuse und ihre erheblichen Auswirkungen auf die Lachszucht


Die Lachszucht ist ein sehr großes Geschäft. Die Branche, die eines der beliebtesten Proteine der Welt liefert, ist in den letzten 25 Jahren mit...
Mehr lesen

Plastic crisis ocean

Wie der Fisch- und Meeresfrüchtesektor die Kunststoffkrise angeht


Die COVID-19-Pandemie beherrscht nach wie vor unser direktes Denken und Handeln. Es ist aber noch gar nicht so lange her, dass die...
Mehr lesen


Seehecht – und seine vielfältigen Gesichter 2 Minuten

  Nov. 28, 2025

Für Seehecht gibt es schon lange kulinarische Hochburgen, die vor allem im Süden Europas liegen. Nun haben die gestiegenen Preis für Kabeljau dazu geführt, dass zunehmend mehr etablierte Händler für Weißfisch ihr Augenmerk ebenfalls auf Seehecht richten, um die entstandene Lücke zu füllen.

Mit mindestens fünf verschiedenen Seehecht-Arten, die in den Verkauf gelangen und die sich alle durch unterschiedliche geografische Verbreitungsgebiete und Merkmale auszeichnen, wird Seehecht zu einer wertvollen Quelle für Weißfisch. Dies wird dadurch bestärkt, dass eine große Zahl der weltweit bestehenden Seehecht-Fischereibetriebe unterschiedlicher Couleur nach dem Fischereistandard des Marine Stewardship Council (MSC) zertifiziert sind.

Seehecht ist ein langsam wachsender Fisch, der um die 14 Jahre alt werden kann und dabei eine Länge von bis zu 115 cm erreicht. Auf seiner täglichen Vertikalwanderung verweilt er tagsüber in der Nähe des Meeresbodens und steigt nachts aus den Wassertiefen in obere Schichten auf, um sich von Fisch und Plankton zu ernähren. Dies hat zur Entwicklung verschiedener Fangtechniken geführt – von Grundschleppnetzen über Langleinen, bis hin zu Kiemennetzen.

Ein Fisch, fünf wichtige Arten

Hier in Nordwesteuropa ist der Europäische Seehecht (Merluccius merluccius) die bekannteste Art in der Familie der Seehechte, im Nordostatlantik und Mittelmeer traditionell als „Merluza“ bekannt. Er findet sich in Spanien, Frankreich und Italien häufig als ganzer Fisch an Fischtheken. Die EU-Anlandungen dieser Art beliefen sich im Jahr 2022 auf rund 135.000 Tonnen, und viele europäische Seehecht-Fischereien – darunter die Leinenfischerei in Galizien und Stellnetzfischerei in Cornwall – sind mit dem MSC-Siegel zertifiziert.

Im Südatlantik hingegen sind zwei Arten des Kap-Seehechts (Merluccius capensis und M. paradoxus) beheimatet. Sie werden hauptsächlich vor Südafrika und Namibia gefangen und sind Teil der weltweit bekanntesten zertifizierten Grundschleppnetz- und Langleinenfischereien. Südafrika trägt seit 2004 das MSC-Siegel, Namibia seit dem Jahr 2020. Gemeinsam fangen die Fischereibetriebe aus beiden Ländern in der Regel rund 145.000 Tonnen Kap-Seehecht pro Jahr. Ein Großteil davon wird exportiert, hauptsächlich nach Europa, wo der Kap-Seehecht wegen seines milden, festen und vielseitigen Geschmacks geschätzt wird.

Die Westküste Nordamerikas ist wiederum die Heimat des Pazifischen Seehechts (Merluccius productus), auch bekannt als pazifischer Wittling. Man findet ihn von British Columbia bis hin zur Baja California und mit einer kommerziellen Fangmenge von circa 213.000 Tonnen im Jahr 2023, ist er die meist gefangene Fischart an der Westküste der USA. Der Seehecht-Fischfang, der überwiegend mit Mittelwasserschleppnetzen geschieht, wurde hier erstmals im Jahr 2009 nach dem MSC-Standard zertifiziert. Ein großer Teil der Fangmenge wird eher zu Surimi und Fischblöcken als zu hochwertigen Filets verarbeitet.

Der Peru-Seehecht (Merluccius gayi peruanus) und Chile-Seehecht (Merluccius gayi gayi) sind die wichtigsten Seehecht-Arten im Südpazifik – sie treten vom Norden Perus bis hin zum Chiloé-Archipel im Süden Chiles auf. Beide Arten werden von kleinen Fischereien befischt, wobei in Chile vor allem handwerkliche Fischereifahrzeuge zum Einsatz kommen.

Der argentinische Seehecht (Merluccius hubbsi) ist im Südwestatlantik verbreitet, wobei Argentinien für 2024 eine zulässige Höchstfangmenge (TAC) von circa 319.000 Tonnen festgelegt hat. Ein Großteil davon wird nach Spanien exportiert, wobei ganze ausgenommene Fische und handelsübliche Filets zu den üblichen Produkten zählen.

Die Lieferanten-Perspektive

Wie ein Sprecher von Pittman Seafoods erklärt, einem der führenden Lieferanten Europas, erlebt Seehecht aktuell eine Art Renaissance.

„Wir sind immer auf der Suche nach neuen Fischarten für unsere Verarbeitungslinie. Alaska-Seelachs ist nach wie vor unser am meisten verarbeitete Weißfisch und sehr wettbewerbsfähig. Kabeljau wird immer seltener und teurer – wir haben festgestellt, dass Seehecht eine sehr gute Alternative ist.“

„Während wir seit vielen Jahren Seehecht aus Nordamerika in unserem Sortiment haben, beziehen wir nun auch Peru-Seehecht und Kap-Seehecht, den wir zu Portionen verarbeiten.“

Fazit

Es zeigt sich deutlich, dass die fünf Seehechtarten, jede für sich, ein wertvolles Glied in der globalen Lieferkette für Weißfisch darstellen. In der Weißfischpalette liegt Seehecht zwischen hochwertigem Kabeljau/Schellfisch und dem kostengünstigeren Seelachs. Er bietet Köchen dabei ein mildes, flockiges Fleisch, das sich gut zum Braten, Backen und Schmoren eignet.


Comments