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Angebotssteigerung von fisch und meeresfrüchten

Woher wird die Angebotssteigerung von Fisch und Meeresfrüchten im Jahr 2018 kommen? 2 Minuten

  Jan 15, 2018

Da mehr als 90 % der weltweiten Fischbestände entweder überbeansprucht oder vollständig ausgebeutet sind, wird in Fisch- und Meeresfrüchtekreisen häufig hervorgehoben, dass das Angebot an Produkten aus der Wildfischerei seine Grenze erreicht hat und die Aquakultur nun das zusätzliche Fischprotein produzieren muss, das erforderlich ist, um die schnell wachsende Weltbevölkerung nachhaltig zu ernähren.

Der Wildfangsektor hat seinen Gesamtbeitrag für den menschlichen Verzehr im vergangenen Jahr erhöht; vor allem wegen der Erholung nach einer langen und schweren El-Niño-Periode, in der insbesondere die Fischereien im Westpazifik einige Millionen Tonnen mehr als im Jahr 2016 gefangen haben; jedoch hat die Aquakultur in den letzten 12 Monaten die meisten Fische und Meeresfrüchte in die Lieferkette aufgenommen. Und da es derzeit praktisch keine Ertragssteigerung durch die Süßwasser-Weißfischzucht gibt, haben im Wesentlichen nur zwei Aquakulturprodukte diese Entwicklung vorangetrieben: der Atlantische Lachs und die Garnele – und beide dürften ihre jeweiligen Wachstumstrends im Jahr 2018 fortsetzen.

DER LACHS AUF DEM VORMARSCH

Wachstum auf allen Ebenen war für beide Sektoren nicht einfach. Bei den meisten Aquakulturanlagen sind fast alle Lachs- und Garnelenzuchtanlagen der natürlichen Umwelt ausgesetzt, was es den Züchtern erschwert, ihre Bestände vor Bedrohungen wie Parasiten und schädlichen Bakterien zu schützen. Viele dieser Herausforderungen lassen sich zwar nicht vermeiden, aber in vielen Fällen bewältigen, und viele Lachs- und Garnelenzüchter haben in diesem Jahr eine Reihe von Verbesserungsmaßnahmen eingeleitet.

Im Großen und Ganzen haben sich ihre Bemühungen ausgezahlt. Im Lachssektor hat die jüngste Branchenanalyse gezeigt, dass die Zucht sowohl in Norwegen als auch in Chile, den beiden führenden Produktionsländern, im Jahr 2016 einen Rekordrückgang des Angebots überwunden hat, der durch eine erhöhte Resistenz gegen Seeläuse (Norwegen) und eine größere Algenblüte (Chile) verursacht worden war, was zu einem Anstieg des Angebots um rund 5 % auf 2,26 Millionen Tonnen führt. Davon werden in Norwegen rund 1,2 Millionen Tonnen und in Chile schätzungsweise 546.000 Tonnen gefangen.

Die Fangmenge 2017 lag unter den im Jahr 2015 berichteten 2,3 Millionen Tonnen. Die Produktion ist jedoch wieder auf einem Wachstumstrend, wobei eine geschätzte Steigerung von 7 % zu Fängen von 2,4 Millionen Tonnen im Jahr 2018 und dann etwa gleich stark zu fast 2,5 Millionen Tonnen im Jahr darauf führt.

In Bezug auf die Fänge im Jahr 2018 steigt die norwegische Produktion voraussichtlich um 7 % auf 1,3 Millionen Tonnen und die Erträge in Chile sollen um 9 % auf 600.000 Tonnen steigen.

DIE GARNELENFLUT

Da die jüngsten Krankheiten wie das frühe Sterblichkeits-Syndrom (EMS) weitgehend unter Kontrolle sind, steigt auch die weltweite Garnelenproduktion inzwischen um knapp 5 % pro Jahr. Damit dürfte sie in diesem Jahr ein Gesamtvolumen von rund 3,5 Millionen Tonnen erreichen.

Die derzeit führenden Länder des Garnelensektors sind Indien und Ecuador und beide Länder konnten in den letzten Jahren einen Produktionsanstieg verzeichnen. Indiens Garnelenfang 2017 wird voraussichtlich 600.000 Tonnen übersteigen, gegenüber weniger als 435.000 Tonnen im Vorjahr, während die Produktion Ecuadors 420.000 Tonnen erreichen dürfte, was einer Steigerung von 11 % gegenüber 2016 entspricht. Die ecuadorianische Garnelenproduktion ist in den letzten neun Jahren sogar um 193 % gestiegen.

In Lateinamerika hat sich Mexiko erholt, nachdem es 2013 von EMS betroffen war, während Brasilien seine jüngste Produktion von rund 75.000 Tonnen voraussichtlich bis 2019 auf 100.000 Tonnen steigert. Es sei jedoch auch darauf hingewiesen, dass die Auswirkungen auf das Gesamtwachstum aus globaler Sicht durch einen Rückgang des chinesischen Fangs, der in diesem Jahr voraussichtlich um 20 % auf 900.000 Tonnen zurückgehen wird, gemildert wurden.

FESTE PREISE

Branchenbeobachter sagen, dass der Anstieg des weltweiten Garnelenangebots 2017 der Nachfrage entsprach und die Preise daher leicht über dem langjährigen Durchschnitt lagen. Es wird erwartet, dass die Nachfrage nach Garnelen im Jahr 2018 groß bleiben wird, trotz einer höheren Produktverfügbarkeit, die die Preise stabil halten dürfte.

Unterdessen waren die Lachspreise im Laufe des Jahres 2017 starken Schwankungen ausgesetzt. Weltweit wurden in der ersten Jahreshälfte Rekordpreise verzeichnet, zum Ende des Sommers hin fielen sie allerdings unter das Niveau von 2016. Obwohl für das nächste Jahr trotz eines begrenzten langfristigen Angebots und einer starken weltweiten Nachfrage mit etwas niedrigeren Lachspreisen zu rechnen ist, ist nicht zu erwarten, dass sie auf frühere Durchschnittswerte fallen werden. Vielen führenden Unternehmen der Branche zufolge besteht die Wahrscheinlichkeit, dass die Preise so unbeständig und unberechenbar bleiben werden, wie sie es in den letzten Jahren waren.


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