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Shrimps oder Garnelen, wild oder gezüchtet: Was ist der Unterschied? 3 Minuten

  Aug 01, 2018

Mit ca. 8 Millionen Tonnen pro Jahr gibt es nur wenige Fische und Meeresfrüchte, die sich mit der globalen Nachfrage oder der wirtschaftlichen Bedeutung von Garnelen messen können. Garnelen sind eine nahrhafte, kalorienarme Alternative zu Fleisch und eine gute Quelle für die Vitamine B12 und D sowie für Jod, Eisen, Selen und Zink.

Die Beliebtheit von Garnelen wird noch durch ihre vielseitige Einsetzbarkeit unterstrichen; sie passen in die meisten Küchen und werden dort auch hoch geschätzt, zudem gibt es unzählige Angebots- und Zubereitungsarten.

NAMENSVERWECHSLUNG

Es gibt mehr als 2.000 verschiedene Arten dieser begehrten Krustentiere, die überall vorkommen – von den Tropen bis zu den kältesten Gewässern der Erde – jedoch macht nur ein kleiner Teil davon den Großteil des kommerziellen Absatzes aus. Folglich wechseln die Namen der Garnelenarten je nach Geographie und Markt, und zwar vielleicht mehr als bei jedem anderen aquatischen Produkt. Es gibt zum Beispiel mehrere verschiedene Arten, die als „Eismeergarnelen“, „Felsengarnelen“ oder „Tigergarnelen“ bezeichnet werden. Um den Einkäufern bei den richtigen Entscheidungen hinsichtlich der Beschaffung zu helfen, werden für die Lieferkette für Meeresfrüchte neben den örtlichen Bezeichnungen oft auch die lateinischen Namen verwendet.

Mehr Verwirrung bringt jedoch leider das Wort „Garnele“, das in Europa und Australien weit verbreitet ist und nichts mit der Größe zu tun hat. In Nordamerika wird vor allem das Wort „Shrimp“ benutzt, obwohl sich der Markt immer auf die sogenannte „alaskische Garnele“ und nicht auf einen Shrimp bezieht. Diese Art kann übrigens bis zu 30 cm groß werden.

BIOLOGISCHE UNTERSCHIEDE

Die Namen „Shrimps“ und „Garnelen“ werden zwar beide für „Zehnfußkrebse“ verwendet, das sind Tiere, die im Salz- und Süßwasser vorkommen, meist in der Nähe des Meeresbodens auf der Suche nach Nahrung sind, und zehn Beine sowie ein Außenskelett haben, es gibt aber einige wesentliche Unterschiede.

Sie gehören zu verschiedenen Arten-Untergruppen und unterscheiden sich in Bezug auf die Kiemen- und Beinstruktur, Scheren und Fortpflanzung. Garnelen haben verzweigte Kiemen, während Shrimps lamellare (plattenförmige) Kiemen haben. Shrimps haben kürzere Beine und besitzen nur an zwei Beinpaaren Scheren, Garnelen haben hingegen längere Beine und besitzen Scheren an drei Beinpaaren. Die vorderen Scheren der Shrimps sind in der Regel die größten, bei Garnelen sind die zweiten Scheren größer. In Bezug auf die Fortpflanzung tragen Shrimps ihre Eier und bleiben während der gesamten Brutzeit bei ihnen, Garnelen hingegen legen ihre Eier und lassen sie sich selbst entwickeln.

WILDFISCHEREI

Nach Angaben der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) liefert die weltweite Wildfangwirtschaft von Garnelen rund 3,5 Millionen Tonnen Produkte, wobei China für rund 35 % des gesamten Fangs verantwortlich ist. Danach folgen Indien, Vietnam, Indonesien, Kanada und die Vereinigten Staaten, jedoch mit einer vergleichsweise viel niedrigeren Produktion.

Unter Wildgarnelen versteht man entweder Kalt- oder Warmwasserarten, die mit herkömmlichen Schiffen aus den Küstengewässern gefangen werden. Kaltwassergarnelen sind die kleinere Art, die in Meeresgewässern wie dem Nordwesten und Nordosten der Vereinigten Staaten und Kanadas gefangen werden, aber auch in der Nähe von Grönland, Island und Norwegen. Eine beliebte Art ist die rosafarbene nördliche Kaltwassergarnele (Pandalus borealis), die häufig für Sandwiches oder in Salaten und Fischsuppen verwendet wird.

Warmwassergarnelen werden hingegen in tropischen und subtropischen Regionen gefangen. Zu den bekanntesten Arten gehören die braunen, weißen und rosafarbenen Garnelen, in den USA oft alle als „Golf-Garnelen“ bezeichnet, die sowohl für die Vereinigten Staaten als auch für Mexiko von kommerzieller Bedeutung sind. Alle sogenannten „Golf-Garnelen“ werden mit Schleppnetzen gefangen.

ZUNAHME VON ZUCHTEN

Da die meisten Wildfang-Garnelenfischereien nach dem Konzept des höchstmöglichen Dauerertrags arbeiten, ist die weltweite Garnelenproduktion auf mehr als 4,5 Millionen Tonnen gestiegen, wobei China erneut für mehr als ein Drittel der Fänge verantwortlich ist. Allerdings waren Indien und Ecuador in den letzten Jahren die wesentlichen Treiber für das gestiegene Angebot.

Die für die Aquakultur am besten geeigneten Garnelenarten findet man vor allem in tropischen und subtropischen Regionen, dazu zählen insbesondere der sogenannte „Whiteleg shrimp“ (Penaeus vannamei) und die schwarze Tigergarnele (Penaeus monodon). Im Allgemeinen dauert es etwa drei bis sechs Monate, bis die Züchter marktgroße Garnelen vorweisen können und viele Erzeuger ziehen zwei bis drei Kulturen pro Jahr heran.

ZERTIFIZIERUNG FÜR VERANTWORTLICHKEIT

Das wachsende Umwelt- und Sozialbewusstsein der Verbrauchergruppen hat zu einer Verbesserung der Fischerei- und Zuchtsysteme geführt. Dank dieser verbesserten Bewirtschaftungspraktiken gibt es ausreichend Quellen für verantwortungsvoll gefangene oder gezüchtete Garnelen auf den Endmärkten, darunter viele mit Umweltzeichen wie die Siegel des Marine Stewardship Council, des Aquaculture Stewardship Council, von Friend of the Sea, von Naturland und der Best Aquaculture Practices (BAP).

STEIGENDE NACHFRAGE

Global gesehen hat der Garnelenkonsum in den letzten zwei Jahrzehnten stetig zugenommen, und es wird erwartet, dass er weiterhin in gleichem oder höherem Maße steigt. Gleichzeitig haben sich die Handelsmuster zunehmend verlagert.

Während die asiatischen Märkte traditionell sowohl den Export von wild gefangenen als auch von Zuchtgarnelen dominieren, werden die wichtigsten Importländer seit Langem von den Vereinigten Staaten angeführt, gefolgt von Japan und dann von wichtigen europäischen Märkten. Allerdings wächst die Inlandsnachfrage innerhalb der asiatischen Märkte inzwischen überaus stark.

Insbesondere in China wird erwartet, dass der Konsum von Garnelen in den nächsten zwei Jahren weiter auf rund zwei Millionen Tonnen ansteigen wird, was erhebliche Auswirkungen auf das künftige Angebot und die Preise für alle haben dürfte.


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