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Hummer

Neues EU-Handelsabkommen zur Förderung des kanadischen Hummerangebots 2 Minuten

  Mrz 06, 2018

Mit einem Wert von mehr als 1,4 Mrd. Euro ist Hummer einer der wertvollsten Fisch- und Meeresfrüchteexporte Kanadas. Rund drei Viertel des Fangs werden üblicherweise in die USA exportiert, aber auch Asien ist in den letzten Jahren zu einem immer wichtigeren Abnehmer dieses Krustentieres geworden. Dank des neuen Freihandelsabkommens zwischen Kanada und der EU, wodurch der Zoll auf die Hummerverkäufe Kanadas in den 28 Märkten der Mitgliedsstaaten abgeschafft wird, bietet Europa nun das größte Potenzial für ein Umsatzwachstum im Ausland.

Das im September letzten Jahres in Kraft getretene Gesetz über die Umsetzung des umfassenden Wirtschafts- und Handelsabkommens zwischen Kanada und der Europäischen Union (CETA) hat sofort einen Zollsatz von 8 % für die Ausfuhr von lebenden Hummern nach Europa abgeschafft und wird in den nächsten drei bis fünf Jahren schrittweise die Zölle auf gefrorene und verarbeitete Hummer abschaffen.

WACHSTUMSTREND

Obwohl die EU der weltweit größte Verbraucher von Fisch- und Meeresfrüchten ist, war sie in der Vergangenheit ein relativ bescheidener Markt für kanadische Hummer. Dennoch ist der Handel in den letzten Jahren deutlich gewachsen – wertmäßig von rund 57,7 Mio. Euro im Jahr 2013 auf über 125,9 Mio. Euro im Jahr 2016.

Es überrascht somit nicht, dass CETA weitere Marktchancen für kanadische Produzenten bietet. Aus dem Freihandelsabkommen könnten möglicherweise rivalisierende amerikanische Unternehmen für Meeresfrüchte einen Nachteil ziehen, es ist jedoch noch zu früh, um die langfristigen Auswirkungen der neuen Vereinbarungen auf die Lieferkette für Meeresfrüchte zu bestimmen.

EIN GUTES JAHR

Maine ist eine wichtige Quelle für nachhaltig zertifizierte Hummer für Pittman Seafoods. Die meisten unserer Hummer kommen jedoch von der Hummerfischerei der Prinz-Edward-Insel (PEI). Diese Fischerei hat zwei kurze Fangsaisonen, wobei wir es vorziehen, Hummer aus der Frühjahrssaison zu beziehen, da sie in der Regel eine harte Schale und einen höheren Fleischgehalt haben.

Beide Saisonen der PEI standen 2017 vor Herausforderungen, wurden aber positiv bewertet – insgesamt wurden Anlandungen in Höhe von 16.511 Tonnen und ein Anlandungswert von rund 148,2 Millionen Euro erzielt.

NACHHALTIGKEIT

Die PEI-Hummerfischerei exportiert ihre Produkte seit den 1870er Jahren in die ganze Welt und gilt als eine der bekanntesten Hummerfischereien Kanadas. Daher ist der Schutz der Meere ein vorrangiges Ziel. Im Jahr 2014 erhielt die Fischerei die Zertifizierung des Marine Stewardship Council (MSC). Die Anzahl der Hummerfallen, die PEI-Fischer verwenden dürfen, ist beschränkt und die Fallen müssen biologisch abbaubare Einsätze haben, um unbeabsichtigtes Fangen durch verlorengegangene Hummerfallen zu verhindern.

Weitere Erhaltungsinitiativen umfassen das Entkommen von zu kleinen Hummern, eiertragenden Hummerweibchen sowie Weibchen mit idealen Größen für die Reproduktion. Außerdem gibt es Pläne zur langfristigen Nachhaltigkeit, wie Rückkaufprogramme, die die Flottengröße und den Fischereiaufwand reduzieren.

PRODUKTVIELFALT

Pittman Seafoods kauft Hummer ein, um sie in Europa zu verkaufen. Die Beneluxstaaten, Deutschland und Frankreich stellen dabei die Hauptabsatzmärkte dar. Der Großteil wurde üblicherweise an Einzelhandelsketten in diesen Ländern geliefert, es werden aber auch Food-Service-Unternehmen beliefert, die die Produkte wiederum an den Restauranthandel verkaufen. Ein Teil der Hummer geht auch an Hersteller für Fertiggerichte.

Grundsätzlich hat Pittman Seafood zwei verschiedene Hummer in seinem Sortiment: zum einen den vorgekochten Tiefkühl-Hummer, der vor allem als Ware an den Einzelhandel verkauft wird und das bewährteste und traditionellste Produkt darstellt, und zum anderen den UHP-Hummer (ultra high pressure), bei dem das gesamte Hummerfleisch vollständig und gleichzeitig entnommen wird, um ein hochwertiges unverarbeitetes Produkt zu erhalten.

Wir haben festgestellt, dass UHP besonders im Food-Service-Bereich immer beliebter wird. Dies liegt vor allem daran, dass die UHP-Hummer den professionellen Küchen eine hochwertige Alternative zur Handhabung lebender Produkte bieten und gleichzeitig die Kosten und Risiken des Transports lebender Hummer, einschließlich der Sterblichkeit und der verminderten Qualität aufgrund von Stress, vermeiden. Da die Behörden in der Schweiz das Kochen von lebenden Hummern ab März dieses Jahres verbieten, stellen UHP-Hummer zudem eine bewährte, marktreife Lösung für Köche dar.


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