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Der russische König der Krabben 3 Minuten

  Aug 29, 2017

Wenn Sie auf Größe aus sind, dann ist die Königskrabbe, die größte essbare Krabbe der Welt, Ihr Krustentier. Mit einem möglichen Gewicht von bis zu 10 kg wird die größte Art der Gattung der Spinnenkrabben zunehmend beliebter unter den Verbrauchern und auch die Anzahl der Märkte steigt immer weiter an.

Die Königskrabbe wird zumeist direkt aus der Schale mit warmer Butter oder einer leichten Sauce gegessen. Darum wird dieses hochwertige Meerestier meist in Teilen verkauft: als gefrorene gekochte Beine und Scheren, die einfach aufgetaut und gedünstet oder kalt gegessen werden können.

ARTEN

Die Königskrabbe kommt vor allem im kalten Gewässer des Nordpazifiks und Nordatlantiks vor – vom Südosten Alaskas bis zur Kamtschatka-Halbinsel in Russland. Es werden drei Arten von Königskrabben kommerziell gefangen: die roten (Paralithodes camtschatica), die blauen (Paralithodes platypus) und die braunen (Lithodes aequispina) Königskrabben.

Die roten Königskrabben sind mit einer Beinspannweite von bis zu 1,8 Metern die größte Art und die weitaus größte Ressource. Mehr als 80 % des gesamten weltweiten Königskrabbenfangs machen die roten Königskrabben aus.

Die etwas kleinere blaue Königskrabbe kann von der roten durch eine dunklere Farbe an den Enden der Beine unterschieden werden. Da sich die blaue Königskrabbe aber beim Kochen rot verfärbt, können die meisten Verbraucher nicht zwischen den beiden Arten unterscheiden. Aus diesem Grund werden oftmals beide für den gleichen Preis verkauft.

Die kleinste der drei Krabben, die braune Königskrabbe, kann durch die rot-orange Farbe an den Beinen leicht von den anderen unterschieden werden. Die Unterseite der roten und blauen Königskrabbe ist nämlich cremig weiß. Die braunen Königskrabben werden gewöhnlich etwas billiger angeboten, da sie normalerweise einen geringeren Fleischanteil haben.

Neben diesen drei Sorten gibt es noch eine rote Unterart, die Lithodes santolla – weitgehend bekannt als „Antarktische Königskrabbe“. Diese Krustentiere kommen vor der südamerikanischen Pazifikküste vor und werden zwischen Anfang Juli und Ende November gefangen. Pittman Seafoods bezieht diese spezielle Krabbe aus Chile, da diese grundsätzlich ein hohes Verhältnis zwischen Schale und Fleisch aufweist und zudem einen süßen, zarten Geschmack hat.

FISCHEREI

Während für viele Menschen die Königskrabbe für Alaska steht, wo die Kultfischerei Anfang der 1950er Jahre im Golf von Alaska gegründet wurde, ist heute der Hauptlieferant des weltweiten Marktes Russland, wo das Produkt auch als „Kamtschatkakrabbe“ bekannt ist. Tatsächlich entfällt etwa die Hälfte des gesamten Angebots an Königskrabben auf Russland, zudem hat Russland starke Handelswege zu einer Reihe von wichtigen Märkten in Asien geschaffen.

Russlands Handel mit Königskrabben wurde außerdem durch die deutliche Zunahme seiner neuesten Quoten angekurbelt. Nach einer Erhöhung der zulässigen Gesamtfangmenge (TAC, total allowable catch) um 20 % für das Jahr 2016 wurde der Anteil um weitere 27 % für das Jahr 2017, auf 13.022 Tonnen, angehoben. Von dieser neuesten zulässigen Fangmenge erhielt das wichtigste Fischereigebiet des Landes, nämlich West-Kamtschatka, eine Erhöhung um 30 % auf 8.574 Tonnen; der Anteil des Gebietes Kamtschatka und Kurilen wurde um 29 % auf 3.276 Tonnen angehoben.

In Russland gibt es zwei Saisonen für den Fang von Königskrabben, den Winter (Januar bis April) und den Spätsommer (September bis Dezember).

VERARBEITUNG

Königskrabben werden hauptsächlich in Körben gefangen, und zwar nur die männlichen Krabben, die viel größer als die weiblichen sind. Sobald sie an Board gezogen wurden, werden sie entweder direkt auf Fang- und Verarbeitungsschiffen verarbeitet oder lebend zu entweder schwimmenden oder ortsfesten Verarbeitungsanlagen an Land transportiert. Nachdem sie zu Teilen verarbeitet wurden, werden die Produkte gekocht und eingefroren. In der zweiten Verarbeitungsstufe werden auch die Beine einzeln geteilt und eine geringe, aber wachsende Menge von Königskrabben lebend oder frisch verschifft. Diese erzielen Spitzenpreise.

Durch die wachsende weltweite Nachfrage nach dieser Delikatesse und das relativ statische weltweite Angebot waren die Preise für Königskrabben in den letzten Saisonen sehr hoch.

NACHHALTIGKEIT

Ende letzten Jahres wurde angekündigt, dass die russischen Lieferanten der roten Königskrabbe in der Barentssee mit Vorbereitungen für die Marine Stewardship Council (MSC)-Zertifizierung der Nachhaltigkeit begonnen haben, nachdem sie eine vorläufige Überprüfung bestanden hatten.

Dieser Fischerei-Zertifizierungskunde, die Association of Crab Catchers of North (Gesellschaft für Krebsfang im Norden), wurde 1992 als Non-Profit-Organisation gegründet und betreibt derzeit 10 Krabbenschiffe, um Krabben vom Fischereigebiet in der Russischen Wirtschaftszone nach Murmansk zu verschiffen. Die Fischerei fängt rund 6.380 Tonnen rote Königskrabben. Die meisten ihrer Produkte werden innerhalb von Russland sowie in der EU, der USA und in China verkauft.

Unterdessen wird der chilenische Krabbenfang gänzlich von SERNAPESCA verwaltet, dem Verwaltungsorgan für jegliche Fischereitätigkeiten im Land. Der Fang und die Anlegestellen werden von diesem Organ stark hinsichtlich der strengen Umweltschutzstandards und Umweltschutzpolitik kontrolliert.


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