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Zwei Zertifikate für Lachs aus Alaska 2 Minuten

  Sep 18, 2015

Lachs aus Alaska ist ein Phänomen, da dieser amerikanische „Kultfisch“ der Spezies Oncorhynchus bei Verbrauchern in vielen Ländern der Welt hoch im Kurs steht.

So beliebt dieser Fisch im Markt auch sein mag, so gab es in den letzten Jahren aber auch ein erhebliches Gerangel um die Zertifizierung der Nachhaltigkeit von Lachs aus den Fanggründen Alaskas. Alles begann im Jahr 2012, als acht Großunternehmen der alaskischen Fischereiindustrie, die gemeinsam über siebzig Prozent der gesamten Fangmenge dieses US-Bundesstaates ausmachen, beschlossen, aufgrund zu hoher Kosten keine Zertifizierung mehr beim als Drittpartei handelnden Marine Stewardship Council (MSC) zu beantragen. Darüber hinaus zweifelten sie auch die Dauerhaftigkeit dieses Programms an.

Gleichzeitig begann das Alaska Seafood Marketing Institute (ASMI) mit der Durchsetzung eines neuen, nicht mit dem MSC assoziierten Programms mit der Bezeichnung „Global-Trust-RFM-Zertifizierungsplan auf FAO-Basis“. Die Abkürzung RFM steht für Responsible Fisheries Management und FAO für die nationale Food and Agriculture Organisation. Während eine kleine Gruppe der Verarbeitungs- und Fischereiunternehmen für  Alaska-Lachs weiterhin die MSC-Zertifizierung beantragte, wechselte die Mehrheit die Seiten und unterstützte den alternativen RFM-Plan.

ANFÄNGLICHE REAKTIONEN

Die Entscheidung des Austritts aus dem MSC-Programm vor drei Jahren löste im Markt eine große Verunsicherung aus, da einige führende Einzelhändler und Verarbeiter zu diesem Zeitpunkt auf eine MSC-Zertifizierung bestanden.

Nach reiflichen Überlegungen lenkten diese Unternehmen jedoch ein und erklärten, sie seien weiterhin zufrieden mit dem aktuellen Stand der Fischerei. Zudem erkannten sie an, dass unterschiedliche Märkte auch unterschiedliche Präferenzen bezüglich einer Zertifizierung hätten und es daher wichtiger sei, ihren Kunden die Wahl zu lassen.

KEHRTWENDE

Im Schnelldurchlauf gelangen wir schließlich zum April dieses Jahres, als sich mehrere Lachsverarbeitungsunternehmen in Alaska für einen Wiedereintritt in das MSC-Programm entschieden. Obwohl keine Gründe für diese plötzliche Kehrtwende verlautbar wurden, geht man allgemein davon aus, dass diese teilweise beeinflusst wurde durch die Prognose einer ungewöhnlich hohen Anzahl von Wildlachsen, die diese Saison in die Flüsse Alaskas zurückkehren werden, sowie durch ein Überangebot von Tiefkühl- und Dosenfisch aus der vergangenen Saison. Gleichzeitig verteuern sich amerikanische Produkte durch die Erstarkung des US-Dollars für ausländische Käufer.

Wie dem auch sei: Die Pacific Seafood Processors Association (PSPA) und die Alaska Salmon Processors Association (ASPA) haben kürzlich die Übertragung des MSC-Nachhaltigkeitszertifikats für Lachs aus Alaska von der ASPA auf die PSPA vereinbart. Durch diese Entscheidung wird die Zertifizierung ab Anfang 2016 für alle interessierten alaskischen Lachsproduktionsunternehmen erhältlich sein.

Die ASPA und PSPA stimmen darin überein, dass diese Übertragung im besten Interesse der Industrie ist und das Problem der Notwendigkeit von zwei MSC-Kundengruppen zur Repräsentierung derselben Fischerei lösen wird. Diese Vereinbarung stellt darüber hinaus sicher, dass alle Lachsproduzenten Alaskas die Wahl haben, Lachs auf dem Weltmarkt anzubieten, dessen Nachhaltigkeit sowohl vom MSC- als auch vom RFM-Programm zertifiziert wurde.

STABILE NACHHALTIGKEIT

Wichtig ist die Unterstreichung der Tatsache, dass während dieses komplizierten Gerangels die Nachhaltigkeit selbst der alaskischen Fischerei niemals in Frage gestellt wurde und das auf Wissenschaft basierende, dauerhafte Management der Lachfischerei jederzeit weiterhin Bestand hatte.

Seit seiner Erhebung zum US-Bundestaat vor 57 Jahren hat Alaska das Mandat, seine natürlichen Ressourcen im Sinne von Reich- und Nachhaltigkeit zu verwalten. Alaska ist der einzige US-Bundestaat, der Naturschutzgesetze in seiner Verfassung verankert hat. Die Nachhaltigkeit des überaus beliebtesten Alaska-Lachses ist somit die Substanz der Gesellschaft dieses Staates.

Die beste Nachricht ist natürlich, dass Verbraucher in aller Welt auch weiterhin Zugang zu einem der nachhaltigsten Meeresfrüchte haben werden: Lachs aus Alaska.


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