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  Mai 29, 2015

2015 wird die weltweite Produktionsmenge von gezüchtetem Atlantischen Lachs (Salmo salar) voraussichtlich, sollten sich keine katastrophenbedingten Produktionsausfälle ereignen, um etwa 3 % auf 2,3 Millionen Tonnen anwachsen. Für das nächste Jahr werden dann bereits 2,4 Millionen Tonnen erwartet.

Was die Produktionsmenge dieser Fischart angeht, so ist Norwegen weltweit absolut führend. Genau genommen kommt ungefähr die Hälfte des Lachses, der welteit verkauft wird, aus diesem skandinavischen Land. Seine jährlichen Fangmengen sind derzeit doppelt so hoch wie die von Chile, das weltweit das zweitgrößte aller Lachs produzierenden Länder ist.

Andere Hauptproduzenten sind das Vereinigte Königreich, Kanada, die Färöer Inseln und Australien.

Pittman Seafoods beschafft sich seinen Atlantischen Lachs sowohl in Norwegen als auch in Chile. Dort, in diesem südamerikanischen Land, besitzt es auch eine eigene Produktionsstätte.

WEIT VERBREITETER HANDEL

Die weltweite Aquakulturproduktion wächst weiterhin rasant an und liefert einen wertvollen Beitrag zur menschlichen Ernährung. Nach jüngsten Informationen der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) ist im Jahr 2013 die weltweite Aquakulturproduktion von Speisefisch um 5,8 % auf 70,5 Millionen Tonnen angestiegen.

Aufs Ganze gesehen nimmt die Lachsindustrie, mit einer Produktionsmenge von weniger als 2,5 Millionen Tonnen, einen relativ bescheidenen Raum ein. Dennoch liefert sie ein Produkt, das stark gehandelt wird und dessen Gesamtexportwert 2013, nach Angaben von Rabobank International, mehr als  14 Milliarden $ ( 12,9 Milliarden €) betrug.

Die Bankengruppe sieht den Hauptgrund für diesen großen Handelsumfang darin, dass sich die Produktion vor allem auf solche Länder konzentriert, deren heimische Märkte relativ klein sind. Wie zu erwarten ist Norwegen deshalb die Nummer 1 beim Lachsexport – mit mehr als 1 Million Tonnen jährlich – und gleichzeitig der Hauptlieferant für die europäischen und russischen Märkte. Das zweitplatzierte Chile dagegen exportiert jährlich 500.000 Tonnen und beliefert hauptsächlich die USA, Japan und Brasilien.

Es sollte jedoch auch darauf hingewiesen werden, dass die traditionellen Handelsströme sich im letzten Jahr verschoben haben. Dies ist auf das Handelsverbot mit Russland zurückzuführen, mit dem sich seit August 2014 viele Länder konfrontiert sehen. Ein Resultat davon ist, dass Chile nunmehr bedeutende Mengen an Russland liefert, während Norwegen seinen Lachs umdirigierte und seither in die EU, USA und einige neue Märkte in Asien und im Mittleren Osten exportiert.

ALTE UND NEUE MÄRKTE

Nirgendwo auf der Welt wird soviel Atlantischer Lachs konsumiert wie in der EU. Der europäische Markt besitzt zudem die größte Reife für das Produkt und entsprechend hoch ist traditionellerweise auch der Prokopfverbrauch. Der US-Markt hingegen bietet zahlreiche Wachstumsmöglichkeiten, da dieses Produkt dort noch relativ wenig konsumiert wird und deshalb noch viele neue Verbraucher gewonnen werden können.

Blickt man jedoch in die Zukunft, so wird die weltweite Nachfrage nach Lachs wohl vor allem einen Impuls aus den sich noch entwickelnden Wirtschaften bekommen, speziell aus China und Brasilien. Hinzuzurechnen sind aber auch viele andere, kleinere Märkte, wie zum Beispiel Türkei, Mexiko, Indien, Indonesien, Taiwan, Singapur, Südkorea und der Mittlere Osten, die zusammengenommen ebenfalls eine bedeutende Käufergruppe darstellen.

Diese Märkte werden stark durch höher verfügbare Einkommen begünstigt, sowie durch eine wachsende Mittelklasse und verbesserte Logistik. Hinzukommt, dass die Positionierung von Lachs als hochwertiges, gesundes und modernes Proteinprodukt dabei helfen kann, die Marktdurchdringung in diesen Regionen noch weiter zu stärken.

Noch vor zehn Jahren wurden in allen Schwellenmärkten zusammengerechnet nicht mehr als 20 % des weltweiten Angebots an Atlantischem Lachs konsumiert. 2014 jedoch waren es schon beinahe 35 %, das ist bereits doppelt soviel wie am US-Markt. Sollte der Appetit nach diesem Produkt auch weiterhin derart wachsen, dann wird sich wahrscheinlich in den kommenden Jahren auch das globale Angebot noch weiter ausdehnen.


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